Grafik Keyvisual Planetare Lösungen

UFZ Planetare Lösungen. Wissen, was wirkt.

Die Welt braucht mehr als Wissen über Probleme. Sie braucht Lösungen. Mit den Planetaren Lösungen setzen wir Wissen in Taten um. Denn Wissen allein reicht nicht, um die großen Umweltkrisen unserer Zeit zu bewältigen: Klimawandel, Artenverlust und Umweltverschmutzung. Gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entwickeln wir Wege und Werkzeuge, Wissen wirksam in die Praxis zu bringen. Die Planetaren Lösungen sind lösungsorientiert, evidenzbasiert, integrativ, praktikabel und skalierbar. Sie tragen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen zu stärken, die Kreislauffähigkeit von Ressourcen voranzutreiben und sozial-ökologische Systeme sinnvoll umzugestalten – unseren Planeten lebenswerter und widerstandsfähiger zu machen. Für uns und für kommende Generationen.

Die Planetaren Lösungen sind Teil der UFZ-Strategie 2035 und korrespondieren mit den drei strategischen Forschungsschwerpunkten des UFZ (zur Strategie 2035)

Thumbnail_UFZ_PlanetareLoesungen Was verstehen wir unter Planetaren Lösungen? Das erklärt die Wissenschaftliche Geschäftsführerin des UFZ, Prof. Katrin Böhning-Gaese, in diesem Film. Darin kommen auch Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu Wort, die sich selbst dafür einsetzen, unseren Planeten lebenswerter und resilienter zu machen.


Was zeichnet die Planetaren Lösungen aus? 
Was macht eine Lösung zur Lösung? 

Planetare Lösungen sind (1) lösungsorientiert. Sie werden gebraucht. Sie sind (2) evidenzbasiert. Sie stimmen, basieren auf exzellenter Forschung. Sie sind (3) integrativ, weil komplexe Zusammenhänge bedacht sind. Sie sind (4) praktikabel, also in der Praxis anwendbar. Und sie sind (5) skalierbar. Das heißt, andere können darauf aufbauen, die Lösungen können übertragen werden.
 

Wir brauchen wissenschaftliche Ansätze, die auf Lösungen für planetare Herausforderungen ausgerichtet sind. Das bedeutet, sie verbinden Systemwissen mit Orientierungs- und Handlungswissen. Orientierungswissen fragt, was ist unsere Vision? Was sind unsere Werte? Wie wollen wir leben? Handlungswissen fragt, wie kommen wir dort hin? Hier ist das Wissen der Praktiker:innen gefragt, beispielsweise der Landwirt:innen, wie ein spezifischer Boden bewirtschaftet werden muss, so dass die Bodenbiodiversität erhalten bleibt. Ohne Orientierungs- und Handlungswissen neigt Systemwissen zu technokratischen Lösungen. Lösungsorientierte Forschung stellt sich aktiv Herausforderungen und Problemen und fragt, welches Wissen zur Problemlösung gebraucht wird.

Wir brauchen Systemwissen, das auf wissenschaftlicher Evidenz und Exzellenz basiert. Das heißt, Das Systemwissen, das wir für die Problemlösung benötigen, wird konsequent auf der Grundlage von empirischen Belegen gewonnen. Wie funktioniert ein sozial-ökologisches System? Wie funktioniert das Klimasystem? Welche Wirkung haben Chemikalienmischungen auf Mensch und Umwelt? Wie verändert sich die Produktivität eines Bodens, wenn die Biodiversität im Boden abnimmt? Ohne Systemwissen ist Handeln aktivistisch, bleiben Wertediskussionen wirkungslos.

Bei der Problemanalyse und bei den Lösungen ist eine integrative Arbeits- und Vorgehensweise notwendig. Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Biodiversität und Klima? Wie beeinflusst der Klimawandel die Biodiversität? Und umgekehrt: Was bedeutet der Verlust der biologischen Vielfalt für das Klima, den Klimaschutz oder die Anpassung an den Klimawandel? Nicht alle Maßnahmen zum Schutz des Klimas sind gut für den Schutz und Erhalt der Biodiversität. Der Anbau von Bioenergiepflanzen hilft dem Klima, kann aber der Biodiversität schaden und die Ernährungssicherheit gefährden.

Lösungen müssen in der Praxis umsetzbar sein. Dafür brauchen wir transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen aus Unternehmen und Wirtschaft, die bereits vor der Umsetzung in die Praxis beginnt. Praktiker:innen können gesellschaftliche Herausforderung und Relevanz identifizieren und Praxiswissen einbringen, Wissenschaftler:innen bringen wissenschaftliche Evidenz ein. Es ist ein gemeinsamer Lernprozess, bei dem zunächst das Problem seitens Wissenschaft und Praxis identifiziert und gemeinsam analysiert wird, um dann gemeinsam Wege und Lösungen zu erarbeiten – je nach Problem beispielsweise mithilfe von Reallaboren, Transformationslaboren oder Solution Labs (wie beispielsweise den Solution Labs SOLVE Elbe und URBAN im Rahmen der Helmholtz Wasserinitiative). Ein anderer Ansatz der transdisziplinären Zusammenarbeit können Bürgerräte sein, in denen eine repräsentative Teilgruppe der Zivilgesellschaft unter Einbringung wissenschaftlicher Expertise Lösungen für gesellschaftliche Probleme erarbeiten (z.B. der Bürgerrat Ernährung im Wandel der Bundesregierung, 2023).

Lösungen müssen skalierbar sein. Das heißt, Lösungen müssen geprüft werden im Hinblick auf

1. ihre planetare Wirkung: Führt die Lösung zu einem resilienten, lebenswerten Planeten?
2. Ihre Umsetzbarkeit: Die Maßnahmen müssen technisch und wirtschaftlich machbar, mehrheitsfähig und politisch durchsetzbar sein.
  • Die Maßnahmen sollten sich für das Unternehmen lohnen: Maßnahmen müssen auch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein. Ist das nicht der Fall, braucht man verlässliche Regulatorik, d.h. ein „level playing field“, bei dem sich alle Betriebe, an die gleichen Regeln halten müssen. Beispielhaft sind Windkraft-Beteiligungsmodelle.
  • Maßnahmen sollten einfacher sein, weniger, statt mehr Aufwand erfordern. z.B. mit weniger statt mehr Bürokratie funktionieren.
  • Maßnahmen sollten Gerechtigkeit bei der Verteilung von Kosten und Nutzen berücksichtigen. Fast alle Maßnahmen führen zu Veränderungen, von denen manche Personen oder gesellschaftlichen Gruppen mehr profitieren, andere höhere Kosten haben. Maßnahmen sollten Nutzen und Kosten der Veränderungen für verschiedene Gruppen identifizieren und insbesondere Kosten für sozio-ökonomisch schwächere Gruppen kompensieren.
  • Maßnahmen sollten Freude machen und einen direkten oder indirekten Gewinn an Lebensqualität ermöglichen, etwa durch die Beteiligung an Projekten wie dem Citizen Science Projekt „Tagfaltermonitoring“ oder durch die Nutzung von Tools wie der Merlin App, die Vogelkenntnisse einfach und intuitiv vermittelt und Naturerlebnisse schafft.

Planetare Lösungen – Beispiele

Seit seiner Gründung (1991) erforschen am UFZ Wissenschaftler:innen die komplexen Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt und suchen nach Lösungen für die Erhaltung und den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen – von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung. Mit unseren Lösungsbeispielen wollen wir Impulsgeber sein. Wir möchten gesellschaftliche Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen, auf lokaler, regionaler und globaler Ebene, einladen, gemeinsam an Lösungen für einen lebenswerten und resilienten Planeten zu arbeiten.

Steckbrief01_GruenlandschmetterlingsIndex_UFZ_PlanetareLoesungen

Grünlandschmetterlings-Index

Der Grünlandschmetterlings-Index macht die Fortschritte bei der Wiederherstellung unserer Grünland-Ökosysteme sichtbar. Er basiert auf langjährigen Beobachtungsdaten, gesammelt von qualifizierten Ehrenamtlichen des Tagfalter-Monitorings Deutschland (TMD).

Steckbriefe02_KlimaresilienteStaedte_UFZ_PlanetareLoesungen

Klimaresiliente Städte

Wir bringen mit unserem „blau-grün-roten“ Forschungsansatz Wasser, Grün und erneuerbare Energie zusammen – für Stadtquartiere, die Klimaextremen besser standhalten und in denen Menschen gerne leben.

Steckbrief03_Wasserversorgung_UFZ_PlanetareLoesungen

Wege zu sicherer Wasserversorgung

Wir zeigen mit unserem integrierten hydro-ökonomischen Modell am Beispiel Jordaniens, wie Wasserkrisen entstehen, was sie verschärft, wen sie besonders treffen – und welche Lösungen die Wasserversorgung langfristig sichern können.

Steckbrief04_Dürremonitor_UFZ_PlanetareLoesungen

UFZ-Dürremonitor Deutschland

Der UFZ-Dürremonitor liefert täglich flächendeckende Informationen zur Bodenfeuchte in Deutschland. Grundlage sind Simulationen der Bodenfeuchte mit dem bei uns am UFZ entwickelten hydrologischen Modellsystem mHM, das quelloffen und unbeschränkt nutzbar ist. Es wird weltweit eingesetzt.

Steckbrief05_NeueTechnologienGegenPFAS_UFZ_PlanetareLoesungen

Neue Technologien gegen PFAS

Wir entwickeln passgenaue Technologien, die unterschiedliche PFAS – Ewigkeitschemikalien – aus Grundwasser, Böden und belasteten Wasserströmen entfernen und ihre weitere Ausbreitung verhindern. Dafür kombinieren wir innovative Materialien und Verfahren – etwa kolloidale Aktivkohle, regenerierbare Zeolith-Adsorber und elektrochemische Verfahren.

Steckbrief06_GrüneChemie_UFZ_PlanetareLoesungen

Grüne Chemie aus Bioabfall

Für eine nachhaltigere Chemie brauchen wir neue Rohstoffe und Kreisläufe. Bioabfälle und regionale Reststoffe bieten dafür großes Potenzial. Wir haben eine Mikrobiom-basierte Fermentation (Capraferm®) entwickelt, bei der natürliche Bakteriengemeinschaften Bioabfälle und regionale Biomasse in mittelkettige Carbonsäuren umwandeln.

Steckbrief07_Berater_Wissensvermittler_Moderator_UFZ_PlanetareLoesungen

Das UFZ als Berater und Wissensvermittler

Wir bringen wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin, wo Entscheidungen vorbereitet und getroffen werden – auf kommunaler, Landes-, Bundes- und EU-Ebene sowie in internationalen Verhandlungen. Ein Beispiel sind die Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen. UFZ-Forschende engagieren sich in der internationalen Scientists’ Coalition for an Effective Plastics Treaty, die aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse für die Verhandlungen bündelt und aufbereitet.